Das Theaterstück „Bartali in der Hölle“ inszeniert die Konfrontation zwischen zwei gegensätzlichen und unvereinbaren Weltanschauungen und rekonstruiert dabei eine Episode aus dem Leben von Gino Bartali, die mit dem italienischen Widerstand in Verbindung steht. Das von Sergio Pierattini verfasste und von Manuela Mandracchia inszenierte Stück erzählt von der dramatischen Konfrontation mit Major Mario Carità, einem nazifaschistischen Folterer, in der als „Villa Triste“ bekannten Villa in Florenz.
Die Geschichte spielt im Jahr 1943. Der Florentiner Radrennfahrer wird von Carità in eine der Zellen vorgeladen, die zur Vernehmung und Folterung von Partisanen genutzt wurden. Der Radrennfahrer, der sich nie der Faschistischen Partei angeschlossen und sich stets geweigert hatte, seine Erfolge dem Duce zu widmen, gilt als verdächtig, da er trotz der kriegsbedingten Aussetzung der Wettkämpfe ständig zwischen Florenz und Assisi hin- und herreiste. Der Verdacht wird durch die Tatsache bestätigt, dass Bartali unter dem Deckmantel des Trainings gefälschte Dokumente transportierte, um jüdischen Familien auf der Flucht zu helfen, und die Familie Goldberg in seiner Wohnung versteckte.
In dem von Pierattini nachgestellten Verhör versucht Carità mit Hilfe ihrer Tochter, den Sportler dazu zu zwingen, seine Rolle im Widerstand sowie die Namen seiner Komplizen preiszugeben. Das Stück thematisiert den Konflikt zwischen gegensätzlichen Werten und erinnert dabei an die Spannung der griechischen Tragödie.